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Orthopädie Freiburg Kreuzband- und Endoprothetik-Zentrum in der Orthopädie FreiburgSÜD
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Merkblatt Kreuzbandersatz

In Deutschland gibt es ca. 300.000 Kreuzbandverletzungen pro Jahr. Sportverletzungen sind die häufigste Ursache.

Wann und wie sollte operiert werden?

Für eine Operative Versorgung gibt es Entscheidungshilfen: Alter, Instabilitätsausmaß, Instabilitätsgefühl, sportliche Ambitionen, Kooperation, Können des Operateurs (!) , vorhandene Arthrose, Begleitverletzungen.

Es stellt sich dann bei der Entscheidung zur Operation meistens folgende Frage: Transplantatwahl: Patellarsehne, Semitendinosussehne (+Gracilissehne), Quadricepssehne, oder andere?

Wichtiger ist allerdings bei allen Techniken die korrekte Implantation ( isometrische Insertionspunkte / Anatomometrie)

Wir bevorzugen die Semitendinosussehne als Transplantat, da sie den Eigenschaften des ehemaligen Kreuzbandes am besten nahe kommt.

Was wird bei einer Operation gemacht?

Durch eine Arthroskopie wird die Diagnose bestätigt. In der gleichen Sitzung erfolgt dann auch der Kreuzbandersatz. Der ganze Eingriff wird überwiegend arthroskopisch, also "Minimal Invasiv" durchgeführt. Das Kniegelenk muss nicht weit geöffnet werden!

Über einen etwa 3cm langen Längsschnitt am Schienbeinkopf wird die Semitendinosussehne geborgen. Diese wird dann in einer speziellen Technik vierfach in entsprechenden Knochenkanälen an den Stellen verankert, wo das ehemalige Kreuzband befestigt war.

Für die Befestigung werden spezielle auflösbare Verankerungsstifte verwendet, so dass kein fremdes Material im Kniegelenk verbleibt.

Sollten zusätzlich Verletzungen am Meniskus oder Knorpel vorliegen werden diese ebenfalls in der gleichen Sitzung behandelt, da durch die gleichzeitige Therapie insgesamt bessere Ergebnisse erzielt werden und unnötige Zusatzoperationen vermieden werden können.

Der operative Kreuzbandersatz dauert etwa 45 Minuten und wird stationär in einer Klinik durchgeführt um direkt nach der Operation eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Der Aufenthalt in der Klinik beträgt 3 bis 5 Tage.

Was geschieht nach der Operation?

Nach einem Kreuzbandersatz darf das Kniegelenk für 6 Wochen nur 90°, also im rechten Winkel gebeugt werden um ein optimales Einheilen der Sehne zu gewährleisten und um eine Instabilität durch frühzeitige Überdehnung zu vermeiden. Hierzu wird eine Orthese (Schiene mit Gelenk) angelegt, die eine weitere Beugung verhindert. Für 2 Wochen darf das Gelenk nicht voll belastet werden. Hierzu werden Unterarm-Gehstützen verwendet. Dann kann mit der Schiene wieder voll belastet und frei gelaufen werden. In den ersten 6 Wochen nach der Implantation wird das Kniegelenk auf einer Motor-Bewegungsschiene, welche leihweise rezeptiert wird, passiv durch bewegt.

Zusätzlich wird mit einem Muskelstimulationsgerät der Abbau der Muskulatur teilweise verhindert. Nach der 6. Woche wird in einer ambulanten Rehabillitationsmaßnahme über 3 bis 4 Wochen das Gelenk wieder auftrainiert. Hier erfolgt das Wiedererlangen der vollen Beweglichkeit, ein Muskelaufbautraining und ein Koordinationstraining.

Für die gesamte Nachbehandlung existiert ein Behandlungsschema, welches jeder Patient nach der Operation ausgehändigt bekommt.

Wie lange ist der Arbeitsausfall?

Bei schwerer körperlicher Arbeit besteht für etwa insgesamt 10 Wochen Arbeitsunfähigkeit! Bei einer Sitzenden Tätigkeit ist nach 2 Wochen in der Regel die Wiederaufnahme der Arbeit möglich, eventuell ist allerdings für die ambulante Reha dann eine erneute Arbeitsunfähigkeit notwendig wenn sich die Termine nicht mit der Arbeitszeit kombinieren lassen. Die Rehazentren sind allerdings heute sehr kooperativ und flexibel.

Wann kann man wieder mit dem Sport beginnen?

Nach der Rehabilitation ist in der Regel ein weiteres Training erforderlich um die abgebaute Muskulatur wieder vollständig aufzutrainieren. Sportarten wie Radfahren, Schwimmen und Laufen sind hierbei schon möglich und förderlich. Ebenso ist ein gezieltes Krafttraining an Geräten möglich und hilfreich. Risikosportarten mit schnellen Stops, starken Belastungen und Gegenspielern sollten frühesten nach 6 bis 12 Monaten wieder aufgenommen werden (Fußball, Tennis, Skifahren).
 
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